Begleitend zur Konferenz:
Greser & Lenz - Witze für Deutschland
Karikaturen von Achim Greser und Heribert Lenz
"Wer hat denn nun immer die Ideen von Ihnen", fragt der Fremde im Anzug, dessen Name im Kneipenlärm untergegangen ist. Immer dieselbe alte Leier. Achim Greser und Heribert Lenz reichen Hände über den Wirtshaustisch, lächeln verbindlich und nuscheln Antworten, die das allgemeine Getöse sofort verschluckt. Der Hausherr, der die Vorstellung eingefädelt hat, wirkt vor Stolz ein paar Zentimeter größer. Sie seien mit ihren Zeichnungen inzwischen wohl fast täglich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vertreten, fügt er rühmend an. "Der Laden gehört uns ja", schnoddert Lenz. "Mafiös!" kräht Achim Greser und bricht in sein meckerndes Lachen aus .
Wer kann vom Karikaturenmalen schon leben?
. Sie hatten sich Anfang der achtziger Jahre beim Studium kennen gelernt. Heribert Lenz, der Schweinfurter, hatte im Jugendzentrum Zappa gehört; Achim Greser, zweiter Abiturient in der Geschichte eines unterfränkischen Dreihundert-Seelen-Dorfes, war ebenfalls im "alternativen Freakmilieu" gelandet. Über die gemeinsame Zeit danach fallen Begriffe wie "Wackersdorf", "Widerstandsgeist" und "Anarchie". Aber schon damals hätten sich ihr Rebellentum und der Sinn für Gemütlichkeit die Waage gehalten. "Revolution? Ja" sagt Lenz, ".aber sie soll nicht stören." Greser spitzt zu: "Aber bitte gemütlich." Und sofort im Anschluss, den Gedanken weiterdrehend: "Revolution mit gutem Catering!" So ungefähr muss man sich das vorstellen, wenn zwei im Team einen Gag erfinden.
Auszüge aus dem Artikel von Julia Schaaf, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.01.2006, Nr. 52 / Seite 55